sachamanta, tincunacuy und ohne rast. ohne eile

schon vor einiger zeit durfte ich einen grossen briefumschlag öffnen, ich riss ihn noch in unserer kleinen post auf und ein wirklicher herzenswunsch erfüllte sich für mich..endlich konnte ich hier in griechenland sachamanta und ohne rast. ohne eile sehen..

ich habe mir die filme mehrfach angesehen..beim ersten ansehen war ich bemüht, den deutschen untertiteln zu folgen, um zu verstehen, was gesagt wird ..beim zweiten hinschauen sah ich mir das land an und habe nicht mehr auf die untertitel geachtet..ein gefühl der verbundenheit hat sich in mir breit gemacht beim betrachten des landstriches von argentinien..er ist ein bisschen wie griechenland und viel gleicht ein wenig meinem derzeitigen leben..ich möchte hier kein politisches statement zu dem film abgeben, eher eine  persönliche zusammenfassung und feedback meiner gefühle dazu.

„ich will frei sein, frei wie ein vogel“- ein zitat aus sachamanta, diese worte haben mir tränen in die augen getrieben..sie bedeuten so viel, mehr als nur ein aufsteigen können in die lüfte und ein getragen werden von den winden oder ein gleiten mit ausgebreiteten schwingen hoch oben..

und dann sah ich in die gesichter der menschen..in ihre augen..ihre augen haben etwas, dass so viele auf dieser erde verloren haben: zufriedenheit, glück, mut, füreinander da sein, liebe – vor allem liebe..liebe zu allem was sie umgibt..
und das ist der schlüssel, der sie stark macht, sich gemeinsam gegen den fortschreitenden landraub zu wehren..mit unglaublicher geduld, hingabe, nachhaltigkeit, mut und dem selbstverständliche wissen um ihre stärke in der gemeinschaft..
in sachamanta wird gesagt :“ wir setzen dem system des egoismus, wo jeder nur an sich selbst denkt, etwas entgegen.“ und sie tun es, diese menschen, mit vollem einsatz.. sie sprechen nicht nur worte oder visionieren, sondern jedes wort ist voller leben.. DAS ist der unterschied zu den meisten „aktiven gruppen“, die ich so kenne..
alles basiert auf gemeinsamen tun, für ein gemeinsames ziel, für das land der kleinbauern, für gemeinsamen und gerechten lebensraum..und egal wie lange es dauert, ein ziel zu erreichen, niemand gibt einfach auf..und alles entwickelt sich mit einer gesunden langsamkeit, nichts geht auf die schnelle ..jeder lernt von jedem, wissen wird weiter geben..rechte erklärt.. das sprachrohr: ein eigener radiosender..ein radiosender, in dem menschen erzählen, was ihnen widerfahren ist..in denen menschen der propaganda der staatlichen sender etwas entgegen setzen können..die stimme der kleinbauern ..
diese menschen behalten ihre wurzeln und entwickeln sich trotzdem stetig weiter, es gibt keinen stillstand..und sie zeigen, dass es möglich ist, die stirn zu bieten, selbst wenn nur ganz wenig mittel dafür zur verfügung stehen ! ..
mich haben die dokus persönlich tief berührt, weil sie einfach viel mehr mit auf den weg geben, als nur eine dokumentation von organisiertem protest..
sie schenken hoffnung !!
und manchmal, wenn ich so durch die strassen laufe, schaue ich den menschen, denen ich begegne, direkt in die augen um zu sehen, ob ich vielleicht irgendwo etwas ähnliches finde, wie das, was ich in den augen der menschen aus argentinien sah..hin und wieder huscht mir ein lächeln über das gesicht 🙂 ..
mein ganz persönlicher wunsch ist, dass viele viele menschen sich diese filme anschauen mit offenen herzen und sich berühren lassen ..nicht nur das, sondern  auch die nächsten schritte gehen mit anderen zusammen, die nötig sind für eine gerechtere welt.

danke an viviana, mark + kameradisten.org, die es ermöglicht haben den menschen aus argentinien nicht nur gehör über die landesgrenzen hinaus zu verschaffen, sondern auch die hoffnung zu transportieren !

eine sammlung von zitaten aus den dokus, die ich ganz wichtig finde :

„uns bleibt da nur das recht auf zivile selbsthilfe, wie es auch im bürgerlichen gesetzbuch steht.“

„mit unseren handlungen versuchen wir, ein bewusstsein dafür zu schaffen, die zukunft aller menschen auf der welt zu schützen.“

„gerechtigkeit bekommen wir nur, wenn wir uns organisieren.“

„es ist wie bei einer tortilla. wenn man das mehl mit dem wasser vermengt, muss alles in bewegung bleiben, sonst vermischt es sich nicht richtig. bei der organisation ist es genauso. wir müssen uns immer weiter bewegen, nur so halten wir richtig zusammen. wenn man den teig knetet, bleiben immer kleine stückchen am rand der schüssel zurück. man muss sie immer wieder zurück holen. genauso ist es auch bei uns. „

„wenn man seine rechte kennt, kann man ohne furcht sagen, was man will.“

„in der organisation sind wir alle gleich. in der gesellschaft ist das anders. hier herrscht ein system, wo die mächtigen die armen aussaugen und ausbeuten.“

„der kapitalismus basiert darauf, natürliche lebensgrundlagen zu zerstören.“

„man hört ja oft, die bauern seien arm oder dumm. das ist nicht wahr. es fehlt ihnen nichts. sie sind reich. sie sind reich an liebe. sie besitzen unendlich viel davon.“

„in unserer zeit vermag kein einzelner die welt zu ändern. dies kann nur das werk von gruppen und kollektiven sein.“

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